Die „berühmte“ Gleichung

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ist eigentlich die einzige Verbindung, die ich bisher zwischen Mathematik und Liebe herstellen konnte (wer’s nicht glaubt, der kann in einer ruhigen Minute die Gleichung lösen… wer das nicht mag, die Auflösung findet sich am Ende dieses Beitrags… ;-)).

Deshalb war ich wirklich überrascht, als ich das TED-ebook „Die Mathematik der Liebe“ von Hannah Fry (erschienen bei Fischer Verlage) zum Testen in die Finger bekam. Mathematik und Liebe? In einem Buch? Wenn ich an die freudige Begeisterung meiner Wenigkeit in der Mathestunde während meiner Schulzeit zurückdenke, klingt dieser Titel irgendwie nach dem langweiligsten „Liebesratgeber“, der je geschrieben wurde. 😉

Beim Lesen der Beschreibung wurde mir aber schnell klar, dass dem absolut nicht so ist. Eine kurze Leseprobe kannst du hier finden.

Mathematik-der-Liebe-TED

Hannah Frey ist mir bereits seit ihrem TED Talk bekannt. Die kurzen, aber eigentlich immer sehr interessanten, TED Talks höre ich mir immer im Auto an. Umso mehr hat es mich gefreut, dass mittlerweile eine Reihe von TED ebooks erhältlich ist. Bei denen gilt übrigens das gleiche Prinzip wie bei den Reden: In der Kürze liegt die Würze.

Hannah Frey schafft es in ihrem kurzen, aber sehr unterhaltsamen Buch, die Prinzipien der Spieltheorie auf die Liebe umzuwälzen. Vielleicht bin ich hier etwas voreingenommen, weil die Spieltheorie zu meinen Lieblingsfächern während meines BWL-Studiums gehörte. 😉 Damals hatte ich allerdings keine Ahnung, dass die selben Prinzipien, mit denen wir die Rüstungsspiralen im Kalten Krieg berechnen konnten, auch für die Liebe gilt. 😉

Bei der Spieltheorie versucht, vereinfacht gesagt, Entscheidungen zweier oder mehrerer Teilnehmer mathematisch vorherzusagen. Die Teilnehmer versuchen dabei, sich gegenseitig zu beeinflussen und auch zu berücksichtigen, was „der andere wohl tun wird“ und welche Reaktion am besten wäre, um die Entscheidungen des anderen zu übertrumpfen.

Im Buch „Die Mathematik der Liebe“ findet Hannah Frey einen anderen Zugang zur Spieltheorie. Anstatt der klassischen Gefangenendilemmas und Kriegserklärungen zieht sie sehr unterhaltsame Paralellen zu Liebe, Partnerschaft und Sex.

Sie erklärt zum Beispiel warum sich nicht alle Männer auf die einzige Blondine stürzen sollten, wie man von Männern/Frauen bekommt was man will, wie die optimale Hochzeitsvorbereitung ablaufen sollte, wann der ideale Zeitpunkt ist um sesshaft zu werden und wie uns die Mathematik zu einem erfüllten Sexleben verhelfen kann. 😉

Besonders gut gefallen hat mir das „Paradox der verfügbaren Junggesellen“. Ab 30 hat man ja wirklich irgendwie das Gefühl, dass die guten Männer alle schon vergeben sind und nur mehr der weniger anziehende Rest übriggeblieben ist. Auch wenn einem jeder immer versichert, dass dem überhaupt nicht so ist und das nur ein subjektiver Eindruck ist… – Frau Frey hat es in ihrem Buch eindeutig nachgewiesen! 😉

Mehr Informationen zum Buch findest du auf der Seite der Fischer Verlage.

Mein Fazit: Ein sehr unterhaltsames Buch aus der fischer ebooks Reihe, welches einmal einen anderen Blick auf die Mathematik und die Liebe wirft. Ich bin sicher, dass das Buch auch für „Anfänger“ der Spieltheorie leicht verständlich ist. Und oft habe ich mir während des Lesens gewünscht, dass ich dieses Buch damals and der Uni schon gelesen hätte… Dann wäre die Lernerei um einiges angenehmer gewesen… 😉

 

PS: Die Auflösung lautet übrigens i < 3u!