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{Studie} Warum Verzicht & Diäten nicht funktionieren!

Hallo meine Lieben,

vor ein paar Tagen bin ich in einem Buch auf eine richtig interessante wissenschaftliche Studie gestossen, die erklärt, warum Verzicht und Diäten nicht funktionieren können.

Das Buch Solving the Procrastination Puzzle von Timothy Pychyl (bei Amazon ansehen*) war eigentlich über ein komplett anderes Thema, nämlich über Prokrastination (ja, ich geb’s zu, ich bin ein leidenschaftlicher Prokrastinierer auf dem steinigen Weg der Besserung… ;-).

Timothy Pychyl beschreibt darin eine Studie über Willensstärke, die von dem Psychologen Roy F. Baumeister von der Florida State University durchgeführt wurde. Baumeister hat darin belegt, dass Willensstärke eine limitierte Ressource ist und im täglichen Leben „verbraucht“ wird. Das bedeutet also, dass wir nur eine gewisse Zeit lang unseren Willen und somit unsere Handlungen kontrollieren können. Wenn unsere Willensstärke aufgebraucht ist, können wir Versuchungen kaum mehr widerstehen.

Das würde meiner Meinung nach erklären, warum Diäten so schwer fallen und eigentlich immer scheitern.

Wenn ich an meine Diäterfahrungen zurückdenke, kann ich die Ergebnisse dieser Studie nur bestätigen. Eine Zeit lang habe ich immer gute Entscheidungen getroffen, und dann kam das „Ach, nur das eine Mal, …“ oder „Das habe ich mir zur Belohnung verdient…“

Die Studie

Die Probanden wurden in zwei Gruppen aufgeteilt.

Danach wurden mehrere Experimente mit ihnen durchgeführt, zum Beispiel dieses hier:

Die erste Gruppe durften nach Herzenslust Schokocookies futtern. Die zweite Gruppe wurde gebeten, auf die Kekse zu verzichten und stattdessen Rettich zu essen.

Danach mussten beide Gruppen versuchen, ein unmögliches geometrisches Rätsel zu lösen. Während die Gruppe 1 im Durchschnitt 20 Minuten über der Lösung brütete, warfen die Mitglieder der zweiten Gruppe nach ungefähr 8 Minuten das Handtuch.

Daraus zogen die Forscher den Schluss, dass beim vorherigen Verzicht der zweiten Gruppe auf Kekse  schon ein Großteil der vorhandenen Willensstärke „verbraucht“ wurde.

Außerdem fanden sie heraus, dass Entscheidungen und Willensstärke ihre Energie aus dem selben „Topf“ beziehen.

Wer also den ganzen Tag im Büro verbrachte, eine wichtige Entscheidung nach der anderen treffen musste und dabei noch auf einiges verzichtet hat, … – dann ist die Chance groß, Abends doch wieder mit einer Tüte Chips oder Schokolade vor dem Fernseher zu landen. Das gemeine ist dann ja, dass man sich selbst für einen Versager hält. Dabei ist man eigentlich, laut dieser Studie, ja nur ein Opfer seiner leeren Willensstärke-Tanks. 😉

Und wer jetzt glaubt, dass er während dem Tag sowieso nur hin und wieder seine Willensstärke einsetzen muss, der liegt laut Baumeister ebenfalls falsch. Seine Studien haben ergeben, dass der normale Mensch jeden Tag 3-4 Stunden damit verbringt, auf Sachen zu verzichten. Und das ohne Diät…

Was dagegen tun?

Gibt es eine Möglichkeit, seine Tanks wieder aufzufüllen? Die Forscher berichteten, dass nach dem Essen wieder bessere Entscheidungs- und Willensstärke vorhanden war. Das bedeutet also, dass regelmäßiges Essen hilft.

Außerdem schlägt Baumeister vor, seine Fähigkeiten zu trainieren. Der Willensstärke-Tank ist seiner Meinung nach wie ein Muskel, der trainiert werden kann. Er rät zu etwas unkonventionellen Übungen, wie zum Beispiel im Alltag die andere Hand zu verwenden. Ich als Linkshänder sollte mir also ab sofort die Zähne mit rechts putzen.

Mein Fazit

Ich persönlich fand die Ergebnisse dieser Studie richtig interessant, deshalb war es mir ein Anliegen, sie hier mit euch zu teilen.

Egal ob die Willensstärke nun wirklich ein „Tank“ ist oder nicht, für mich klingt das alles plausibel. Es erklärt für mich eindeutig, warum Verzicht nicht funktionieren kann und deckt sich mit meinen eigenen Erfahrungen. Auch wenn ich eine Diät eine zeitlang brav durchgehalten habe, bin ich IMMER wieder rückfällig geworden. Weil Belohnung und verdient und so… einmal tut’s ja nichts…

Also eigentlich gibt’s gar keinen Grund, sich selbst als Versager zu fühlen, wenn doch eindeutig die körpereigenen Prozesse schuld sind.. 😛

Aber für mich ist das eindeutige Ergebnis dieser Studie:

Intuitives Essen   1 : 0   Diäten

Es zeigt mir einmal mehr, dass intuitives Essen der richtige Weg ist. Ich esse regelmäßig, verzichte auf nichts und nehme langsam aber stetig ab. Ich denke, wir haben einen Gewinner! 😉

Wer mehr über intuitives Abnehmen erfahren will, der findet hier meinen Artikel darüber.

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Quellen:
Buch: Solving the Procrastination Puzzle von Timothy Pychil (bei Amazon ansehen*)

 https://www.psychologytoday.com/files/attachments/584/decision200602-15vohs.pdf

 http://www.apa.org/monitor/2012/01/self-control.aspx